„Man erinnert sich nicht an die Tage, man erinnert sich an die Augenblicke.“
Cesare Pavese (1908-1950, italienischer Schriftsteller)
Ich war selbst Amateurfußballer und kenne das Gefühl, wenn der Spieltag am Wochenende näherkommt. Die Mischung aus Vorfreude, Nervosität und Anspannung ist selbst für Amateursportler*innen etwas Besonderes. Für die Fotoserie "Feld der Träume" war ich auf Sportplätzen im niederösterreichischen Industrieviertel unterwegs, auf denen ich selbst als Fußballer im Einsatz war.
Diese Sportplätze haben nichts mit dem Ruhm und Glanz großer Fußballstadien zu tun. Die „Karrierechancen“ der Protagonist*innen sind überschau- und absehbar. Dennoch herrscht am Spieltag auf jedem, noch so kleinen Dorffußballplatz eine Stimmung, die geprägt ist, von Zuversicht, Hoffnung und Siegeswillen.
Die Spannung, wenn sich Fußballer*innen 90 Minuten lang gegenüberstehen, sich gnadenlos und voller Leidenschaft ihrem Siegeswillen hingeben, ist spürbar. Die Realität, besser gesagt, die Banalität der Umgebung – das Feld der Träume - steht in starkem Kontrast dazu und wird von den Akteur*innen von Beginn an völlig ausgeblendet.
Gerade deshalb werden auch auf den unbedeutendsten Dorffußballplätzen Geschichten von großen Träumen, von glorreichen Siegen und emotionalen Jubelszenen geschrieben. Sie sind mindestens genauso häufig wie Geschichten verpasster Chancen, unglücklicher Niederlagen, gerissener Kreuzbänder, brutaler Knochenbrüche, wilder Schlägereien, Rassismus, Diskriminierung und emotionaler Entgleisungen. In den meisten Fällen sind es aber Momente für die Ewigkeit, die den Fußballer*innen ein Leben lang in Erinnerung bleiben und untrennbar mit dem „Feld der Träume“ in Verbindung stehen.
